Lexikon der Filmbegriffe

Adaption / Adaptation

engl.: adaption, manchmal auch: adaption from an existing source; auch: adaptation

Übertragung eines Textes von einem Medium in ein anderes. Zumeist wird der Begriff synonym für die verbreitetste Form der Adaption, die Literaturverfilmung, verwendet. Weitaus weniger Beachtung in der Forschung, obgleich ebenfalls ein Massenphänomen, fand bislang die Literarisierung filmischer Stoffe (Filmroman, „Das Buch zum Film“).
Von Beginn der Filmgeschichte bis heute spielen Literaturverfilmungen – kanonischer Werke der Weltliteratur wie populärer Stoffe jedes Genres – eine sehr wichtige Rolle. Dennoch blieb das Phänomen der Adaption lange Zeit ein Stiefkind der Film- wie der Literaturwissenschaft. Für letztere sind Verfilmungen heute vor allem als Teil der Rezeptionsgeschichte eines Werkes von Interesse. Früher war dagegen oft der Begriff der „Werktreue“ maßgeblich, der dem Film – als dem vermeintlich minderwertigeren Medium – gleichsam die Bringschuld zuwies: Seine Qualität misst sich an der Nähe zur Vorlage, dabei werden filmische Qualitäten leicht unterschlagen. (Die „Das Buch ist besser als der Film“-Formel ist bis heute ein Allgemeinplatz geblieben.) Für die dezidierte Filmanalyse wiederum ist die Beschaffenheit der Vorlage ein zweitrangiges Problem.
Größeres Interesse am Phänomen der Adaption kam mit medienkomparatistischen Ansätzen auf, die den verschiedenen Umsetzungen eines Stoffes jeweils einen autonomen Status zuerkennen, sie also als gleichberechtigte „Vertextungen“ einer Erzählabsicht begreifen – um dann medienspezifische narrative und kommunikative Bedingungen ebenso herausarbeiten zu können wie mögliche Invarianten.

Literatur: Paech, Joachim: Literatur und Film. Stuttgart: Metzler 1988. – Ders. (Hrsg.): Methodenprobleme der Analyse verfilmter Literatur. Münster: Nodus 1988. – Albersmeier, Franz Josef / Roloff, Volker: Literaturverfilmungen. Frankfurt: Suhrkamp 1989. – Cartmell, Deborah / Whelehan, Imelda: Adaptations. From Text to Screen, Screen to Text. London/New York: Routledge 1999.

Referenzen:

Bestsellerverfilmung

Dichterfilm

Literaturverfilmung

Mehrfachverfilmung

slant adaptation

Videospielverfilmung


Artikel zuletzt geändert am 29.05.2012


Verfasser: MAL


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