Lexikon der Filmbegriffe

C.C.C.-Studios

Artur („Atze“) Brauner erhielt 1946 eine amerikanische Lizenz für die Film-Produktion Central-Cinema-Company Film GmbH (CCC). 1949 begann er, auf dem 35.000qm großen Gelände einer ehemaligen Versuchsanstalt für Kampfstoffe in Spandau ein Filmstudio – das C.C.C.-Atelier – aufzubauen. Das Studio bestand zunächst aus zwei Hallen, 1954 und 1956 kamen – gegen den Widerstand des Westberliner Senats, der die Tempelhofer Ufa-Studios ausbauen wollte – je zwei Hallen dazu. Es war eine der modernsten Anlagen der BRD. Immer wieder geriet die Firma in die Schlagzeilen, weil sie nicht ausgelastet war. Zwar entstanden europäische Monumentalfilme wie Das indische Grabmal (1958), Nibelungen (1966) oder Kampf um Rom (1968) in Berlin, doch konkurrierte Brauner zunehmend mit Filmländern wie Jugoslawien und Rumänien. In der Hochphase des Studios waren 200 Leute beschäftigt; die Zahl fiel bis auf 80 (1976). Die Studios sind seit 1980 schalldicht und wurden zunehmend auch als Probebühnen für Theateraufführungen genutzt. In den besten Jahren entstand nahezu ein Viertel der bundesrepublikanischen Filme in den CCC-Studios. Mehr als 700 Filme wurden in den Studios produziert, Brauners CCC-Produktion ist für über 250 Filme verantwortlich. Spätere Produktionen der Studios waren Fassbinders Querelle (1982), der Otto-Film (1985) oder Agnieszka Hollands Hitlerjunge Salomon (1989), der 1992 mit einem Oscar für das beste Drehbuch ausgezeichnet wurde.

Literatur: Dillmann-Kühn, Claudia: Artur Brauner und die CCC. Filmgeschäft, Produktionsalltag, Studiogeschichte 1946-1990. Frankfurt: Deutsches Filmmuseum 1990 (Schriftenreihe des Deutschen Filmmuseums.).


Artikel zuletzt geändert am 02.08.2011


Verfasser: JH


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