Lexikon der Filmbegriffe

Decla-Bioskop

Decla = Kofferwort aus ‚Deutsche Eclair‘

Mit dem Kapital der (deutschen) Eclair gründeten Fritz Holz und Erich Pommer am 16.2.1915 die Decla-Film-Gesellschaft-Holz & Co. in Berlin. Die Firma produzierte seit 1916 Genrefilme aller Art (insbesondere Abenteuerfilme, Detektivfilme, Melodramen) sowie Kurzfilm-Serien. Ein eigener Decla-Verleih vertrieb auch ausländische Filme. Nach dem Krieg fusionierte die Decla 1919 mit der Meinert-Film-Gesellschaft. Die neue Firma stellt ihr Filmmarketing auf eine aggressive Bewerbung von Qualitätsfilmen um – unter solchen Labeln wie „Decla-Abenteuerklasse“ (unter dem Fritz Langs Die Spinnen. 2. Teil: Die Brillantenschiff vermarktet wurde) oder „Decla-Weltklasse“ (unter dem – künstlerisch erfolgreich, ökonomisch allerdings enttäuschend – Das Cabinet des Dr. Caligari angepriesen wurde). 1920 fusionierte die Decla mit der Deutschen Bioskop AG zur Decla-Bioskop AG und wurde damit zur zweitgrößten deutschen Filmgesellschaft nach der Ufa. Der Firma gehörte die Atelieranlage Neubabelsberg sowie eine eigene Kinokette. An der Tochterfirma Uco-Film GmbH war auch Ullstein beteiligt; sie bemühte sich um die Verwertung der Popularität von Fortsetzungsromanen der Berliner Illustrierten (Beispiele: Schloß Vogelöd, 1921; Phantom, 1921; Dr. Mabuse, der Spieler, 1922). Die Russo-Filme Commandite, eine andere Tochter der Dekla-Bioskop, setzte die Orientierung auf künstlerisch anspruchsvollen Qualitätsfilm mit Adaptionen der Weltliteratur fort (wie die Dostojewski-Verfilmung Irrende Seelen, 1921). Im November 1921 übernahm die Ufa die Decla-Bioskop. Sie arbeitete aber noch einige Jahre als eigenständig arbeitende Abteilung der Ufa weiter. 


Artikel zuletzt geändert am 03.08.2011


Verfasser: JH


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