Lexikon der Filmbegriffe

Ealing Studios

Die Filmstudios in Ealing (einem westlichen Vorort in London) waren von 1929-1955 eine selbständige Produktionsstätte. Ealing war das erste britische Studio für Tonfilme, bis 1938 unter der Leitung von Basil Dean. Er wurde abgelöst von Michael Balcon, der das Studio bis zu dessen Konkurs 1955 leitete. Die Jahre unter Balcon waren Ealings erfolgreichste Zeit. Obwohl von den fast 100 dort produzierten Filmen weniger als 30 Komödien waren, so prägte doch die „Ealing Comedy“ weitgehend die Vorstellung von einem „Ealing“-Film oder sogar einer „typisch britischen“ Filmkomödie. Vor Ealing hatte Balcon für Gainsborough und den britischen Zweig von MGM gearbeitet. Eines seiner Talente war die Entdeckung und Förderung junger Talente (z.B. Hitchcock). Die von Balcon in Ealing entwickelten Strukturen brachten Konstanz und Kontinuität, sowohl bei Regisseuren als auch Drehbuchautoren. (Charles Barr prägte in seinem Klassiker zu Ealing den Begriff der „Familie“.) Für Balcon war eine der Voraussetzungen für den Erfolg britischer Produktionen, dass sie „fest in der Erde dieses Landes verwurzelt sind“. In der ersten Phase seines Wirkens in Ealing produzierte Balcon verschiedene Kriegsfilme. Mit Cavalcanti und Watt verpflichtete er Regisseure, die vom Stil des britischen Dokumentarfilms geprägt waren. Der größte Erfolg kam mit den Komödien, kurz nach dem Ende des 2. Weltkriegs.

Literatur: Armes, Roy: A Critical History of British Cinema. Oxford: Oxford University Press 1978. – Barr, Charles: Ealing Studios. London: Cameron and Tayleur / David&Charles 1977.


Artikel zuletzt geändert am 20.07.2011


Verfasser: SG


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