Lexikon der Filmbegriffe

Englische Komödie: 1930-1990

Mit dem Erfolg des Tonfilms in den 1930er Jahren etablierte sich in Großbritannien auch der erste Typ der Filmkomödie. Sie knüpfte unmittelbar an englische Bühnentraditionen der Unterhaltungsformate, wie sie die Music Hall bot (Songs, Revue, Varieté) an. Die Filme übernahmen neben dem Format auch Stars wie Gracie Fields und George Formby. Eine Weiterentwicklung erfuhr dieser Typ Komödie in den späteren 1930er Jahren durch Will Hay und die populären Filme der Brüder Hulbert.
In den Nachkriegsjahren dominierten zunächst die „Ealing Comedies“. Ihr „milder“, teils ironischer Humor wurde bald von eher farcenhafter Situationskomik abgelöst. In den 1950ern waren die „Doctor“-Serien beliebt (Dirk Bogarde), in den 1960ern die „Carry-On“-Filme, mit gröberer Komik und durchwirkt mit sexuellen Anspielungen: England war auf dem Weg in die „permissive society“.
Nach einer langen Phase fernsehdominierter, oft satirisch motivierter Komik sind in den 1980er Jahren wieder Filmkomödien auszumachen, die von den Elementen britischen Humors (z.B. Untertreibung, ironische Distanz, skurrile Figuren) geprägt sind. Das gilt vor allem für die Filme Bill Forsyths (z.B. Local Hero,1983), zu nennen wäre aber auch A Fish Called Wanda (Charles Crichton, 1988). Geprägt von Komik sind auch manche „Heritage“-Filme wie etwa Hope and Glory (John Boorman, 1984) oder A Room With A View (James Ivory, 1986).

Literatur: Dacre, Richard: Traditions of British Comedy. In: The British Cinema Book. Ed. by Robert Murphy. London: BFI 1997, S. 198-207. – Helbig, Jörg: Geschichte des Britischen Films. Stuttgart: Metzler 1999. – Street, Sarah: British National Cinema. London: Routledge 1997.
 

Referenzen:

Ealing-Komödie


Artikel zuletzt geändert am 13.10.2012


Verfasser: SG


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