Lexikon der Filmbegriffe

Filmzeitschriften: Typologie

Es gibt eine große Vielzahl verschiedener Typen von Zeitschriften, die der Filmpublizistik zugehören:

Anzeigenblätter des Films geben das Programm von Produzenten oder Verleihern, manchmal auch von Kinos oder Kinoketten bekannt.
Branchenblätter enthalten neben Anzeigen auch Kommentare, Berichte und Kritiken.
Technisch orientierte Blätter sind für die technischen Berufe des Films konzipiert und informieren oft über die ganze Breite von Filmpraxis und -geschäft.
Allgemeine Publikumszeitschriften des Films entstehen mit dem Starsystem und enthalten nicht nur Porträts und Kritiken einzelner Filme, sondern auch Projekte, Drehberichte, Produktionsdetails, Klatsch und dergleichen mehr.
Fanzines sind Fanzeitschriften, werden oft sogar von Fans gestaltet. Sie wenden sich an die besonderen Gemeinden einzelner Fans, Genres, Gattungen etc.
Kritische Magazine und Besprechungsorgane wie ‚Monthly Film Bulletin‘ oder ‚Filmdienst‘ haben oft empfehlenden Charakter. Manche gehen über die unmittelbare Kritik und Beratung weit hinaus und spielen in der Diskussion der ästhetischen und politischen Qualitäten des Films eine höchst zentrale Rolle – man denke an Blätter wie ‚Close-Up‘, ‚Bianco e Nero‘, ‚Cahiers du Cinéma‘, ‚Filmkritik‘ oder ‚Screen‘.
Verbandszeitschriften geben naturgemäß den besonderen Interessen und Themen der Verbände Ausdruck.
Zeitschriften einzelner Gattungen und Genres finden sich vom Lehr- und Unterrichtsfilm über den Dokumentarfilm is zum Horror- und Splatterfilm, aber auch zum Experimental- und Avantgarde-Film.
Wissenschaftliche Zeitschriften des Films entstehen erst im Bemühen um die Etablierung der Filmwissenschaft. Ihre Zahl ist immer noch übersichtlich. In Deutschland erscheinen zur Zeit lediglich KINtop (1992ff) – ein Jahrbuch zur Erforschung des frühen Films – und die allgemein filmhistorischen und -theoretischen Fragen gewidmete Montage/AV (1992ff). 


Artikel zuletzt geändert am 02.08.2011


Verfasser: HJW


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