Lexikon der Filmbegriffe

Thatcherismus und Film

Entsprechend den Leitprinzipien des „Marktes“ wurden staatliche Programme zur Förderung der Filmwirtschaft (wie die National Film Finance Corporation oder der Eady-Levy) weitgehend gestrichen. Trotz internationaler Erfolge des „New British Cinema“ war neu gegründeten privaten Produktionsgesellschaften nur eine kurze Blüte beschieden (Modellfall: der Niedergang von Goldcrest). Das Überleben der britischen Filmindustrie wurde danach nur möglich durch öffentliche Finanzierungshilfen (British Screen) sowie intensive Kooperation mit dem Fernsehen, insbesondere Channel Four. Inhaltlich fand der Thatcherismus in einer großen Zahl sozialrealistischer Dramen ein Echo, die zum Teil scharf gegen die Verschärfungen der Lebensbedingungen der lower class polemisierten, sowie in zahlreichen satirischen, manchmal sogar zynischen Auseinandersetzungen mit dem neuen Nationalismus der Zeit. In Filmen wie My Beautiful Laundrette (1982, Stephen Frears) wurde die Thatcher-Doktrin auch an der Gender-Politik und der sich in den Gender-Gruppen formierenden Opposition festgemacht.

Literatur: Friedman, Lester Friedman (ed.): British Cinema and Thatcherism. London: UCL Press 1993. – Friedman, Lester (ed.): Fires were started: British cinema and Thatcherism. 2nd ed., London: Wallflower 2006. – Hill, John: British Cinema in the 1980s. Oxford: Clarendon Press 1999.


Artikel zuletzt geändert am 23.07.2011


Verfasser: SG


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