Lexikon der Filmbegriffe

180-Grad-Regel

Die 180-Grad-Regel dient dazu, die Konstanz der Bewegungsrichtungen im Kino aufrecht zu erhalten. Sobald eine Kamera ein Geschehen filmt, entsteht eine Links-rechts-Orientierung des Ereignisses (die man meist als Handlungsachse bezeichnet). Solange die Kamera auf der gleichen Seite dieser Achse bleibt, erfolgen Bewegungen in der gleichen Richtung. Wird die Achse überschritten, ist das Richtungssystem um 180 Grad zu rotieren – aus Links- werden Rechtsbewegungen und -orientierungen und umgekehrt. Für den Zuschauer ist diese Rotation schwer nachvollziehbar und führt zu Irritationen. Darum wurde sie zumindest in der Phase des Hollywood-Studiosystems strikt vermieden. Die 180-Grad-Regel wird bis heute in der Sportdarstellung beachtet; ein Fußballspiel wird also so repräsentiert, dass alle Kameras auf der gleichen Seite des Spielfeldes angeordnet sind – die Orientierung der Akteure auf die Tore bildet das Richtungssystem der Handlungsachse aus, das die Kameras nicht überschreiten. Die Regel gilt nur dann nicht, wenn die Kamera kontinuierlich (z.B. mittels einer Fahrt) die Handlungsachse kreuzt – weil der Zuschauer dann die Verschiebung der Handlungsrichtungen selbst erfährt.

Referenzen:

Achsensprung

Handlungsachse

30-Grad-Regel


Artikel zuletzt geändert am 12.10.2012


Verfasser: JH


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