Lexikon der Filmbegriffe

Achsensprung

auch: Achssprung; engl.: crossing the line

Beim Geschehen vor der Kamera geht man von einer Handlungsachse aus, die durch die Handlung definiert ist, mit der zwei Figuren in Bezug aufeinander oder in Bezug auf ein Handlungsobjekt agieren. Das Verbot des Achsensprunges ist eine der elementaren Regeln des continuity system. Dabei gilt die Regel, dass die Kamera bei wechselnden Standorten immer auf der gleichen Seite der Handlungsachse stehen sollte; würde sie über die Achse hinwegspringen, verdrehten sich die Links-rechts-Verhältnisse. Beispiel: Zeigt eine Einstellung einen von links nach rechts durchs Bild fahrenden Zug, und die Kamera wechselt dann auf die andere Seite der Schienen, so sieht es im Bild so aus, aus würde der Zug nun von rechts nach links fahren. Die Kamera kann auf die andere Seite der Handlungsachse wechseln, wenn sich die Figuren bewegen oder indem die Kamera kontinuierlich die Seite wechselt. In der Zeit des Hollywood-Stils wurde das Verbot des Achsensprungs streng beachtet; seit dem Kino der 1960er Jahre (z.B. in Antonionis Blow Up) sind Achsensprünge viel verbreiteter geworden.

Referenzen:

180-Grad-Regel

Handlungsachse


Artikel zuletzt geändert am 12.10.2012


Verfasser: HJW


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