Lexikon der Filmbegriffe

Einstellung

(1) Einstellungmeint den kontinuierlichen Abschnitt zwischen zwei Schnitten. Diese wird definiert durch die Einstellungsgröße, d.h. den gezeigten Bildausschnitt, der seinerseits aus dem Abstand der Kamera zum gezeigten Objekt und den verwendeten Objektiven (siehe auch Brennweite) resultiert, sowie durch die Einstellungslänge. Innerhalb einer Einstellung sind Veränderungen der Einstellungsgröße sowie des Kamerastandpunktes möglich.
(2) Im strukturellen Sinne ist die Einstellung nach Lotman (a) minimale Montageeinheit, (b) grundlegende Kompositionseinheit der filmischen Erzählung, (c) Einheit der Elemente innerhalb der Einstellung, (d) kleinste unteilbare Menge kinematographischer Bedeutung.
(3) In einigen Filmtheorien gilt die Einstellung als Grundgestaltungsmittel des Films (Iros), wobei ihre elementare Stellung etwa der des Wortes in der Literatur entspricht (Pudowkin, Iros). Wie jenes hat sie sowohl stoffliche als auch strukturelle Bedeutung, d.h. sie ist neben anderen Konstituierungselementen ästhetisch indifferentes Rohmaterial. In bestimmtem Kontext wird sie aber wie jenes ästhetisch wirksam und zum grundlegenden Strukturelement. Darüber hinaus ist sie hauptsächliches Darstellungsmittel einer Perspektive, die z.B. der Erzählperspektive in der Epik oder der des lyrischen Ichs entspricht. Der Vergleich hat allerdings darin seine Grenze, dass sich in der Einstellung eine subjektive Anschauung von der Welt unmittelbar objektivert.

Literatur: Die Einstellung als Größe einer Filmsemiotik. Zur Ikontheorie des Filmbildes. Münster: Münsteraner Arbeitskreis für Semiotik 1978. – Solomon, Phil: The frame. In: Millennium Film Journal, 35/36, Fall 2000, S. 120-135.

Referenzen:

Bewegungsblende

champ / hors-champ

Einstellung: Formalismus

Einstellung: Gliederung nach Inhalt

Einstellungsgrößen

Einstellungsübergänge

Gruppenaufnahme

head-on shot

Shot

shot selection

Take


Artikel zuletzt geändert am 12.10.2012


Verfasser: TB HJW KD


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