Lexikon der Filmbegriffe

howdunit

von engl.: how [has he/she] done it?

Ein Krimi, der die Hauptspannung aus der Frage gewinnt, wie ein unmöglich scheinendes Verbrechen hat stattfinden können, wird ‚howdunit‘ genannt. Zahlreiche traditionelle Krimis der englischen Schule fragen danach, wie ein Täter in ein geschlossenes Zimmer hat eindringen können, wie ein Alibi gefälscht werden konnte, wie ein Mord hat geschehen können. Auch im Film finden sich zahlreiche ‚howdunits‘ – angefangen von der Sjöwall/Wahlöo-Geschichte De gesloten kamer (Niederlande 1993) über die Agatha-Christie-Adaption Death on the Nile (Großbritannien 1977) bis zu dem Mystery-Thriller Wolfen (1981) findet sich ein Opfer, von dem man nicht erklären kann, wie es zu Tode kam. Der Motivkomplex wurde mit Edgar Allan Poes Roman The Murders in the Rue Morgue, der schon 1841 ein ‚closed room mystery‘ behandelte, begründet und ist in der Geschichte der Kriminal-Fiktion immer wieder variiert worden. Zahlreiche ‚howdunits‘ sind darum auch Literaturverfilmungen. Insbesondere die Agatha-Christie-Figuren Miss Marple und Hercule Poirot, aber auch Sherlock Holmes oder der Urvater des Figurentypus Auguste Dupin müssen oft die Frage des „Wie?“ beantworten, um einen Fall lösen zu können. Oft geschieht die Beantwortung in einer abschließenden Runde, in der alle Verdächtigen zusammenkommen und der Täter vor allen anderen überführt wird – ein Hinweis auf den spielerischen Charakter, den viele ‚howdunits‘ haben.

Referenzen:

whodunit

whydunit


Artikel zuletzt geändert am 27.01.2012


Verfasser: HJW


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