Lexikon der Filmbegriffe

American International Pictures (AIP)

1954 von James H. Nicholson, dem Vertriebsleiter von RealArt Productions, und dem Hollywood-Rechtsanwalt Samuel Z. Arkoff als American Releasing Company gegründet, 1956 in AIP umbenannt. Die Firma vertrieb (und koproduzierte) von Beginn an billige Exploitation-Filme (Horror, Science-Fiction, Motorrad). Der erste Erfolgsregisseur war Bert I. Gordon mit seinen Special-Effects-Horrorfilmen. In den 1960er Jahren konnte AIP unabhängige Produzenten wie Roger Corman gewinnen – und Cormans Edgar-Allen-Poe-Zyklus war die wohl erfolgreichste und lukrativste Reihe, die die Firma auf den Markt brachte; Bloody Mama (1969) war Cormans letzte Arbeit für AIP. Im Rahmen des AIP-Marketing wurden auch frühere Genre-Stars wie Boris Karloff und Peter Lorre wiederentdeckt. Zugleich realisierte eine ganze Reihe späterer Erfolgsakteure und -regisseure ihre ersten Filme für AIP – darunter Jack Nicholson, Robert De Niro, Francis Ford Coppola und Peter Bogdanovich. The Wild Angels (1966) war der Film, der eine neue Linie im Bikerfilm ankündigte, der neben dem Strand-Film (Beach Party, 1963, eröffnete einen ganzen Zyklus von beach films, den die AIP produzierte) ein festes Genre der Jugendkulturen der USA war. Nicholson starb 1971, doch blieb die Firma als Lieferant von Horrorfilmen von großer Bedeutung – Count Yorga, Vampire (1971), The Incredible Two-Headed Transplant (1971), die Phibes-Filme (1971, 1972), Scream, Blacula, Scream! (1973), and The Food Of The Gods (1976) stehen für Dutzende anderer. Als sich die Firma in den 1970er Jahren an teureren Produktionen beteiligte, die eher in den Mainstream-Kinos laufen sollten – dazu rechneten Filme wie The Island of Dr. Moreau (1977), Love At First Bite (1979) and The Amityville Horror (1979) –, geriet sie 1979 in die Verlustzone und ging in Filmways auf, die nach kurzer Zeit wiederum von Orion übernommen wurde. 
 

Referenzen:

beach party movies


Artikel zuletzt geändert am 29.05.2012


Verfasser: JH


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