Lexikon der Filmbegriffe

establishing shot

manchmal auch: opening shot; dt. selten: Einspieler

Eine Aufnahme am Anfang des Films oder auch einer Sequenz oder Szene, die den Raum und die Umgebung einführen, etablieren soll, meist eine Totale oder Long Shot, wird als establishing shot bezeichnet. Derartige Aufnahmen erfüllen mehrere Funktionen gleichzeitig: (a) Sie zeigen eine Aufsicht des Handlungsraumes und tragen insofern dazu bei, dass der Zuschauer eine Vorstellung des master space aufbauen kann. Diese Funktion ist also primär rezeptional gefaßt und ist eine der Grundlagen für filmische Auflösung. (b) Eine zweite Funktion hängt eng mit der segmentalen Gliederung von Texten zusammen: Ein establishing shot steht am Beginn einer neuen Sequenz, zeigt insofern auch die segmentale Gliederung an. Zu trennen ist wiederum die initiale Position von der indikativen Leistung: So ist es im Fernsehfilm (insbesondere im Serial) durchaus üblich, nach der Werbeunterbrechung die Wiederaufnahme einer Szene durch eine erneute Raumtotale (vom Typ establishing shot) anzuzeigen. Initialität bezieht sich hier nicht allein auf die Szenengliederung, sondern auch auf die Sendeform.

Referenzen:

establishing sound

establishing stock shot

Re-establishing shot


Artikel zuletzt geändert am 19.01.2012


Verfasser: HJW


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