Lexikon der Filmbegriffe

Proben

engl.: rehearsal; Stimmproben auch: audition

(1) Alle Einübungen von Darstellern vor der eigentlichen Aufnahme nennt man Proben. Oft finden Proben schon einige Tage vor der Aufnahme – als Einzel- oder als Ensembleproben – statt. Sie verteuern zwar die Kosten der Produktion, verbessern aber die Qualität und sind darum unabdingbar. Proben dienen allgemein dazu, nicht nur den Verlauf einer Szene einzuüben, sondern auch die Koordination aller Beteiligten zu erhöhen. Oft wird zwischen einer kalten (dry run) und einer heißen Probe unterschieden – die ‚kalte‘ findet ohne, die ‚heiße‘ mit Kamera statt. Eine erste und noch sehr einfache Form ist die Textprobe (read-through), die von den Darstellern durchgeführt, aber weder mit Kostümen noch in der späteren Bühnenposition geprobt wird. In den Textproben beginnen die Diskussionen um das Mise-en-Scène des Stücks. Die ‚Trockenprobe‘ dient nicht nur dazu, die Akteure an ihre Bewegungen im szenischen Raum heranzuführen, sondern auch dazu, die technischen Mitarbeiter auf das Spiel und die Bewegungen im Raum vorzubereiten, so dass das Licht darauf abgestimmt werden kann, dass Kamerapositionen und -bewegungen abgesprochen werden können etc. Ganz am Ende stehen dann die ‚heißen Proben‘ (run-through), bei denen nicht nur das Zusammenspiel der Akteure, sondern auch das zwischen Schauspielern und technischen Mitarbeitern ausprobiert wird.
(2) Daneben finden sich technische Proben (als Licht- und Stellproben), die ohne die Darsteller gemacht werden können, sowie Garderobenproben.
(3) Filmstücke, die nach einer Aufnahme belichtet, aber vor ihr entwickelt werden, um daran die Lichtbestimmung vorzunehmen, nennen sich Tastproben.
(4) Den Probenlauf von Sendungen vor der Ausstrahlung im Fernsehen nennt man Durchlaufproben.

Referenzen:

cattle call

cold reading

Probeaufnahme

Proben: Anfänge

Sprech- und Hörprobe


Artikel zuletzt geändert am 10.02.2012


Verfasser: HJW


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