Lexikon der Filmbegriffe

Chronophon

frz.: chronophone

Das von der französischen Firma Gaumont am 1.7.1901 patentierte und ein Jahr später (7.11.1902) eingeführte Tonfilmsystem Chronophon benutzte einen Plattenspieler, der mit dem Filmprojektor synchrongekoppelt wurde, um Tonbilder auf der Leinwand zu produzieren. Wie die Tonbilder von Oskar Messter zeigten die phonoscènes von Gaumont meistens Szenen aus Oper, Varieté oder Theater. Da die Platten oder Zylinder lediglich drei bis fünf Minuten Ton festhalten konnten, mussten die Filme genauso kurz sein. Nach dem Bau eines Chronophon-Ateliers im Jahre 1905 dreht Alice Guy ca. 100 der insgesamt 150 Gaumont Tonszenen in französischer und spanischer Sprache, von denen einige im neugebauten Gaumont-Hippodrome in Paris ihre Premiere hatten. Im Jahre 1907 baut Gaumont ein Chronophon-Atelier für die Produktion englischsprachiger Filme in Flushing, New York, so dass im Oktober eine erste Choronophonvorstellung in New York stattfinden konnte. Doch die Produktion in Amerika scheiterte am Widerstand von Edison und des Motion Picture Patents Trust und wurde schon 1910 aufgegeben. Im Jahre 1913 macht Gaumont einen erneuten Anlauf und stellte ein verbessertes Tonsystem vor, doch das Chronophon konnte sich auch jetzt nicht durchsetzen.

Literatur: McMahan, Alison: Alice Guy Blaché. Lost Visionary of the Cinema. New York: Continuum 2002, S. 43ff.

Referenzen:

Chronophonograph

Lioretograph

phonoscènes


Artikel zuletzt geändert am 17.01.2012


Verfasser: JCH


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