Lexikon der Filmbegriffe

diegetischer Ton

dt. gelegentlich: aktueller Ton; engl. diegetic sound; auch: actual sound, source sound, indigenous sound; das gleiche übertragen auf Musik: „diegetische Musik“ ist in der erzählten Welt zu hören

Filmton, der von Objekten oder Akteuren in der erzählten Welt erzeugt wird, wird ‚diegetischer Ton‘ genannt. Er ist für die Akteure der Diegese selbst hörbar. Insbesondere die Filmmusik entstammt oft nicht der Diegese, sondern ist extradiegetisch, hat kommentativen, psychologisierenden oder ähnlichen Charakter. Manchmal wird mit der Zugehörigkeit des Tons zur erzählten Welt gespielt – so erklingt in Robert Bentons Kramer versus Kramer (1979) Vivaldische Lautenmusik, als der Held die Straße hinuntergeht, erweist sich aber als diegetische Musik, die von zwei Straßenmusikern veranstaltet wird. In Mel Brooks‘ Silent Movie (1976) fährt ein ganzer Bus, vollbesetzt mit einem mexikanischen Orchester, durchs Bild, wiederum die Musik diegetisierend. Performance-Videos springen oft zwischen ersichtlich gesungener und nichtdiegetischer Musik hin und her, darüber die Einheit des Szenischen brüchig machend - offenbar werden hier Bilder zur gleichen Musik aneinandergefügt, die zum Teil einem einheitlichen akustischen Raum zugehören, teilweise nicht. 
 

Referenzen:

Inzidenzmusik


Artikel zuletzt geändert am 13.10.2012


Verfasser: HJW


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