Lexikon der Filmbegriffe

Schwank

von mhd.: Swanc = schwingende Bewegung; in der Bedeutung von ‚Streich‘ gebraucht

Ein Schwank ist ein heiteres Theaterstück, das auf Situations-, Charakter- und Typenkomik aufbaut. Der kritische Anspruch der Komödie fehlt ihm. Die leichte Heiterkeit unterscheidet ihn manchmal von der Derbheit der Posse, auch wenn es eine Menge von Mischformen gibt und der Schwank im internationalen Sprachgebrauch häufig der Farce zugeordnet wird, die beide Formen umgreift. Das dramaturgische Ziel ist die Erzielung harmloser Fröhlichkeit. Dabei wird meist ein als zentral gesetzter lustiger oder neckischer Einfall oder auch eine komische Begebenheit in ihre Konsequenzen ausgearbeitet. Ein berühmtes Beispiel ist die Verwechslungskomödie Charleys Tante (1892 uraufgeführt; Verfilmungen: 1934, Robert Stemmle; 1956, Hans Quest; 1963, Géza von Cziffra; 16 weitere Verfilmungen); neueren Datums ist Groundhog Day (1992, Harold Ramis), der einen Mann zeigt, der in eine Zeitschleife gerät und einen Tag immer wieder neu erleben muß. Ein eher derbes Beispiel ist Mario Monicellis Il Marchese di Grillo (1981), der die Geschichte eines Marquis und seines Kohlenhändler-Säufer-Doppelgängers erzählt.

Literatur: Davis, Jessica Milner: Farce. New Brunswick [...] : Transaction Publ. 2003. – Klotz, Volker: Bürgerliches Lachtheater: Komödie, Posse, Schwank, Operette. München: dtv 1980. 4. erw. u. aktual. Aufl. Heidelberg: Winter 2007. – Mack, Gerhard: Die Farce. Studien zur Begriffsbestimmung und Gattungsgeschichte in der neueren deutschen Literatur. München: Fink 1989. – Wilms, Bernd: Der Schwank. Dramaturgie und Theatereffekte. Deutsches Trivialtheater 1880-1930. Diss. Berlin 1969.

Referenzen:

Posse


Artikel zuletzt geändert am 12.10.2012


Verfasser: HJW


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