Lexikon der Filmbegriffe

Serial

Die ersten „Serials“ oder Fortsetzungsfilme wurden von der Firma Edison im Jahre 1912 gedreht: What Happened to Mary? lief gleichzeitig als Filmreihe in den Kinos und als Fortsetzungsgeschichte in der illustrierten Zeitschrift McClure’s Ladies World. Serials bestanden aus 10-20minütigen Episoden, die wöchentlich in die Kinos kamen und immer mit einen sogenannten „cliffhanger“ (also im spannendsten Moment) endeten, um somit den Zuschauer zur Rückkehr ins Kino zu animieren. Meistens wurden sie mit wenig Geld gedreht. Gleichzeitig entwickelte Louis Feuillade eine abweichende Form des Serials in Frankreich, welche eher lyrisch gestaltet wurde und nicht vom cliffhanger abhängig war.
Unter den berühmtesten Serials in Amerika waren Pathés The Perils of Pauline (1914), die aus 20 Fortsetzungen bestand und Pearl White zum international Star machte. Der längste Fortsetzungsfilm war Hazards of Helen (119 Teile, zwischen November 1914 und Februar 1917). Auch in Frankreich erfreuten sich Serials großer Beliebtheit, vor allem die Feuillade-Serien Fantômas (1913) und Les Vampires (1915). In Deutschland drehte Otto Rippert Homunculus (1916) in sechs Folgen.
Bis in die späten 1940er Jahre hinein blieben Serials in Amerikas Kinos populär, ob im Science-Fiction-Genre – Flash Gordon (1936), King of the Rocket Men (1949) –, im Kriminalfilm – Dick Tracy vs. Crime, Inc. (1941) – oder im Anti-Nazifilm – Secret Service in Darkest Africa (1943). Mit dem Aufkommen des Fernsehens wanderte die Form ins neue Medium und bildete eine der Ausgangsformen der Fernsehserie.

Literatur: Cline, William C.: In the nick of time. Motion picture sound serials. Jefferson, N.C.: McFarland 1984. – Lahue, Kalton C.: Continued next week: a history of the moving picture serial. Norman, Okl.: University of Oklahoma Press 1964. – Nowlan, Robert A. / Nowlan, Gwendolyn Wright: Cinema sequels and remakes, 1903-1987. Jefferson, NC/London: McFarland 1989.
 

Referenzen:

Cliffhanger

hook

recap


Artikel zuletzt geändert am 13.10.2012


Verfasser: JCH


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