Lexikon der Filmbegriffe

Anorthoscope


von griechan = nicht, ortho = gerade, skopien = schauen

Ein Vorläufer des Phenakistiskops war das Anorthoskop, das Joseph Plateau 1828 vorgestellt hatte; der Name wurde allerdings wohl erst 1836 in Plateaus Artikel „Notice sur l'anorthoscope“ verwendet. Dabei rotieren zwei Scheiben in gegenläufiger Bewegung. Die eine ist meist schwarz und enthält vier transparente Sehschlitze, durch die man die dahinter rotierende zweite Scheibe sehen kann. Auf dieser ist ein anamorphotisch verzerrtes Bild dargestellt, das sich bei ausreichend schneller Bewegung der beiden Scheiben zu einem Standbild synthetisiert wird. Das Anorthoskop basiert auf frühen Versuchen Plateaus zum Nachbildeffekt. Das Problem wurde zum ersten Mal 1824 als „Palisadenproblem“ vom englischen Arzt und Mathematiker Peter Mark Roget formuliert und auf die Trägheit der Wahrnehmung (persistence of vision) zurückgeführt: die momentane Unterbrechung des Netzhautbildes eines Rades, das hinter einem Latten-Zaun läuft, führt zu dem Eindruck, dass seine Speichen gebogen sind.
 


Referenzen:

Phenakistiskop

Phi-Effekt


Artikel zuletzt geändert am 13.01.2012


Verfasser: JH


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