Lexikon der Filmbegriffe

DEFA-Stiftung

Nach der Wiedervereinigung 1990 wurden die zu DDR-Zeiten volkseigenen DEFA-Studios nach ihrem formalen Ende im Sommer 1992 privatisiert. Vom Privatisierungsprozess ausgenommen waren die Rechte an den von 1946 bis 1990 produzierten Filmen. Bundesregierung und Treuhandanstalt, die die Transformation der DDR-Wirtschaft in marktwirtschaftliche Verhältnisse vornahm, übertrugen die Rechte der DEFA-Produktionen einer Stiftung, die im Januar 1999 gegründet wurde. Die Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung, Eigentümerin des reichseigenen Filmvermögens aus der Zeit vor 1945, diente als Modell für die DEFA-Stiftung, die die Rechte an allen bis zum 30.6.1990 in den DEFA-Studios produzierten Kinofilmen, einschließlich nicht veröffentlichter Restmaterialien, besitzt. Die Verwertung dieses Filmstocks erfolgt durch die Progress Film-Verleih GmbH. Aufgabe der Stiftung ist es, DEFA-Filme als Teil des nationalen Kulturerbes zu erhalten und zugänglich zu machen. 

Literatur: http://www.defa-stiftung.de/. – Hegemann, Jan: Nutzungs- und Verwertungsrechte an dem Filmstock der DEFA. Berlin: Berlin-Vlg. Spitz 1996.


Artikel zuletzt geändert am 03.03.2012


Verfasser: JH


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