Lexikon der Filmbegriffe

Progress Film-Verleih

Von 1945 bis 1950 wurde der Verleih von Filmen in der SBZ/DDR von dem sowjetischen Unternehmen Sojusintorgkino wahrgenommen. Zum Programm zählten vornehmlich sowjetische Filme, meist mit deutschen Untertiteln. Von den Verleiheinnahmen dieser Filme wurde zunächst ein Teil der DEFA-Produktion vorfinanziert. Später wird aus Sojusintorgkino der neue sowjetische Betrieb Sovexportfilm, der in der SBZ alle ausländischen, „altdeutschen“ und DEFA-Filme verleiht. Von 1948 bis 1950 arbeitet parallel dazu der DEFA-Filmverleih. Am 1.8.1950 nimmt die Progress Film-Vertriebs GmbH ihre Tätigkeit auf. Gesellschafter sind damals die DEFA-Deutsche Film-A.G. und Sovexportfilm. Am 30.6.1955 wird im Zusammenhang mit der Auflösung bzw. Übergabe sowjetischer Betriebe an die DDR auch die Progress Film-Vertriebs GmbH aufgelöst. Es entsteht der VEB Progress Film-Vertrieb, ab 1974 Progress Film-Verleih. Der Progress Film-Verleih war der Monopolist in der Filmrechteauswertung in der DDR und kontrollierte auch die Auswertung ausländischer Filmen – er erwarb die Auswertungsrechte der ihnen vom DEFA-Außenhandel für die Kino- und Fernsehauswertung entsprechend der Lizenzübertragung und ließ für eine Vielzahl dieser Filme eine deutschsprachige Synchronfassung im DEFA-Studio für Synchronisation herstellen.
Der Progress-Filmverleih wurde 1991 privatisiert. 1997 übergab die Bundesanstalt für vereinigungsbedingte Sonderaufgaben (BvS) die Firma in die Hände der Tellux Beteiligungsgesellschaft mbH. Sie verwaltet heute nach eigenen Angaben die Rechte an 950 Spielfilmen und Kurzspielfilmen, an 5.200 Dokumentarfilmen und Wochenschauen (darunter Der Augenzeuge oder die satirische Kurzfilmreihe Stacheltiere), an 820 Animationsfilmen und an 4.000 deutschsprachigen Synchronisationen ausländischer Filme mit Schwerpunkt Osteuropa.

Literatur: http://www.progress-film.de/high.htm.


Artikel zuletzt geändert am 10.02.2012


Verfasser: JH


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