Lexikon der Filmbegriffe

stock character

Standardfiguren, die zu den Genres gehören und die auf kulturellen Typen und Stereotypen basieren. Sie enthalten jeweils Stereotypien der Person und der Persönlichkeitsstrukturen, der Rede- und Verhaltensweisen, der Kleidung etc. Stock characters indizieren das gesellschaftliche Umfeld, auch wenn sie in ihrer im Film gesetzten Gesellschaft „fremd“ sind (ein Extremfall ist Crocodile Dundee, 1986, Peter Faiman, der diese Differenz an einer Hauptfigur ausprobiert). Stock characters finden sich schon in der Theatertradition seit der Antike. Dazu gehören manche Schurken im Western, das „Mädchen in Not“ in mehreren Genres, die femme fatale im Melodram, böse Schwiegermütter in Possen und Schwänken, Butler-Figuren in englischen Mystery-Krimis, der mad scientist im Science-Fiction-Film, der jüngere Bruder oder die Nach-außen-hin-Harsche-mit-einem-goldenen-Herzen in Teenie- und anderen Komödien. Manche dieser Rollen grenzen an die Stereotypen, die meisten aber sind als engere Funktionsrollen faßbar (die allerdings ins Stereotype übergehen oder mit ihm koordiniert werden können).

Literatur: Beyond the stars. Studies in American popular film. 1. Stock characters in American popular film. Ed. by Paul Loukides & Linda K. Fuller. Bowling Green, Ohio: Bowling Green University Press 1990.
 

Referenzen:

damsel-in-distress role

ingénue

Rächer

Sidekick

stock figure


Artikel zuletzt geändert am 29.05.2012


Verfasser: HJW


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