Lexikon der Filmbegriffe

Academy Curve

auch: N-Curve, Academy Mono; manchmal: Academy roll-off

Das Tonfrequenz-Spektrum, das von Beginn an für den Lichtton üblich war, umfasste bei monauraler Aufzeichnung einen Kern-Umfang von 100Hz-1.6kHz bei einem Abfall von 7dB bei 40Hz, 10dB bei 5kHz und 18dB bei 8kHz. Diese Equalizer-Kurve wurde 1938 von der Academy of Motion Picture Arts and Sciences als Standard für den Filmton festgelegt. Die Nebengeräusche der damaligen Lichttonabtastung sowie die eingeschränkte Qualität der Tonanlagen in den Kinos bedingten eine Tonqualität, die dem des Mittelwellen-Rundfunks korrespondierte. Die hohen Frequenzen wurden bewusst abgesenkt, um die Tonanlagen nicht zu beschädigen. Die Academy Curve war trotz aller technischen Veränderungen (Lichttonabtastung, Stereo- und Mehrkanalton, Verbesserung der Lautsprecher) bis in die 1970er Jahre die Standardvorgabe für Filmton. Erst 1972 wurde sie durch die von Dolby entwickelte X-Curve abgelöst, die auch höhere Frequenzen zuließ und eine Absenkung von lediglich 3dB für alle Frequenzen ab 2kHz forderte und die ihrerseits von der International Standards Organization als ISO 2969 zur Norm erhoben wurde.


Artikel zuletzt geändert am 13.10.2012


Verfasser: JH


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