Lexikon der Filmbegriffe

Eastman Kodak Co. (EKC)

Im Jahre 1880 gab George Eastman (1854-1932) seinen Job als Buchhalter einer Bank in Rochester, N.Y. auf, um eine Firma für die Produktion von fotografischen Glasnegativen zu gründen. Das „dry plate“-Geschäft lief nur mäßig, bis Eastman im Jahre 1884 ein fotografisches Papiernegativ patentierte und im Jahre 1888 eine Kamera für den Amateur auf den Markt brachte, die schnell ein Welterfolg wurde. Die Kamera wurde Kodak genannt, ein künstliches, international leicht auszusprechendes Wort, das Eastman selbst geprägt hatte. Der „Kodak“-Apparat wurde mit Film geliefert; nach der Belichtung schickte der Konsument die Kamera zur Entwicklung ans Werk; dort wurde die Kamera mit einer neuen Filmrolle ausgestattet und zusammen mit den fertigen Fotos zurückgeschickt. „You push the button, we do the rest!“ wird zum Werbeslogan der Firma. Sie nennt sich 1892 Eastman Kodak Company.
Im Jahre 1889 entwickelte die Eastman Co. einen fotografischen 35mm-Film, der die Emulsion auf durchsichtige Nitrozellulose band. Thomas Edison wurde der erste Kunde, der das Filmmaterial für seinen Kinetoscope verwendet. Mit der Expansion der Filmproduktion am Ende des Jahrhunderts wird EKC ein wichtiger Lieferant von Rohfilm. Als der Motion Picture Patents Trust im Jahre 1908 als Monopol organisiert wurde, konnte EKC als alleiniger Rohfilmlieferant fungieren, wobei die Firma gleichzeitig das Monopol des Trusts unterwanderte, indem sie „unter dem Tisch“ Rohfilm an die konkurrierenden Independents verkaufte. Im Jahre 1911 entwickelte EKC eine Azetatzellulose, das die Grundlage für einen sehr viel schwerer entflammbaren Sicherheitsfilm (Safety Film) wurde. Er wurde ab 1923 für das neue 16mm-Format der Amateurfilmer benutzt, 1932 von 8mm-Film gefolgt. Im Jahre 1935 kam Kodachrome als 16mm-Farbfilm auf den Markt. Noch heute gehört Kodak zu den wichtigsten Rohfilmlieferanten der kommerziellen Filmproduktion, verliert aber zunehmend den Anschluss an die digitale Welt. 


Artikel zuletzt geändert am 20.07.2011


Verfasser: JCH


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