Lexikon der Filmbegriffe

Film and Photo League

Die Workers Film und Photo League entstand in New York im Jahre 1930 als Vereinigung der amerikanischen Arbeiterphotographen. Vorbild waren die von der Internationalen Arbeiterhilfe (IAH) gegründeten Arbeiterphotographenvereine in Deutschland, Frankreich, England, Holland und Österreich. Vor allem in Berlin, wo Willi Münzenberg nicht nur Photographen für seine Massenpublikationen (z.B. Die Arbeiter Illustrierte Zeitung) organisierte, sondern auch mit der Prometheus eine Filmproduktion etablierte, konnten linke Publikationen eigenes Bildmaterial produzieren und veröffentlichen, das den Bildern der kapitalistischen Presse entgegengesetzt wurde. Zu den Gründungsmitgliedern der Film und Photo League gehörten Leo Seltzer, Sam Brody und Robert Del Duca, gefolgt von Leo Hurwitz, Lewis Jacobs, Jay Leyda, Harry A. Potemkin, Irving Lerner und Ralph Steiner. Sie organisieren Vorträge, Filmvorführungen, redigierten Flugblätter und andere Publikationen, boten Film- und Fotokurse, produzierten Fotomaterial und vor allem drehten sie Wochenschauen, die den Standpunkt linker Arbeiter einnahmen. Aus dem Material der zwischen 1930 und 1935 entstandenen Wochenschauen wurden auch Kompilationsfilme wie Hunger (1932), The Scottsboro Boys (1934) und Taxi (1935) zusammengestellt. Ab 1933 hiess die Organisation nur noch Film and Photo League. Schon bald aber wanderten die wichtigsten Macher ab, z.B. gründeten Hurwitz, Lerner und Steiner im Jahre 1935 Nykino. Nach dem Jahr 1936 stellte die League ihre Filmproduktionstätigkeit ein. 

Literatur: Russell Campbell: Film and Photo League. In: Jump Cut, No. 14, 1977, S. 23-33 (mit einer vollständigen Filmographie). – Alexander, William: Film on the left. American documentary film from 1931 to 1942. Princeton, NJ : Princeton University Press 1981.


Artikel zuletzt geändert am 01.08.2011


Verfasser: JCH


Zurück