Lexikon der Filmbegriffe

Feature

von engl.: feature = aktueller Artikel; Gesichtszug, typische Eigenschaft; besonders behandeln, groß aufmachen; darstellen

(1) Oft ein Sammelbegriff für alle großen Formate, also umfassende Berichte, Reportagen und Dokumentationen. In diesem Sinne als Bezeichnung für eine ca. 40-45min lange Filmform (im Umfang von zwei Rollen) im Kontrast zum Kurzfilm.
(2) Als Feature wurde ursprünglich die mit Musikeinspielungen und anderen akustischen Einlagen aufgelockerte journalistisch-künstlerische Radiosendung bezeichnet, die sich als große dokumentarische Form durch ihre Vielgestaltigkeit und den raschen Wechsel der Darstellungsregister von den gewöhnlichen Radiovorträgen unterschied. Das Feature gilt als eigenständigste Kunst- und Darstellungsform, die das Radio hervorgebracht hat. In diesem Sinne ist ein Feature auch im Fernsehen die aufgelockerte, leicht verständliche und unterhaltsame Darstellung eines nicht unbedingt (wie bei der Reportage) aktuellen Themas (z.B. über die historischen Bergbauarbeiten im Harz). Charakteristisch ist der ständige Wechsel zwischen Anschauung und Abstraktion, zwischen Schilderung und Schlussfolgerung. Schneller Sprecher- und Szenenwechsel, die Einblendung kurzer Statements und Kurzinterviews, Benutzung von Film- und Foto-Archivaufnahmen, gezielte Geräusch- und Musikmontage kennzeichnen die Sendeform. Sogar Spielszenen können in die Darstellung einbezogen werden.
(3) Das englische feature film (auch: theatrical movie) bezeichnet Spielfilme von über 70min Länge.


Artikel zuletzt geändert am 13.10.2012


Verfasser: JH HJW


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