Lexikon der Filmbegriffe

Columbia Pictures

Jack und Harry Cohn und Joseph Brandt gründeten die Columbia Pictures im Jahre 1924 als Nachfolgerin der 1920 gegründeten Handelsgesellschaft CBC Sales Corporation. Brandt verkaufte seine Anteile anfangs der 1930er Jahre an Harry Cohn, der zum alleinigen Studiochef wurde; Jack Cohn übernahm die Leitung des nordamerikanischen Verleihs. 1935 erwarb Columbia ein Studiogelände in Burbank, Cal. Die Firma produzierte ihre Filme für die Hälfte der Kosten, die die Majors aufwendeten, indem man darauf verzichtete, einen eigenen Schauspielerstamm unter Vertrag zu halten. Sie sollte bis zum Ende der 1950er Jahre schwarze Zahlen schreiben. Sie besaß in der Studioära keine eigenen Kinos. Neben Spielfilmen produzierte Columbia kurze Animationsfilme. In den 1930er Jahren waren die Screwball-Komödien, die u.a. Frank Capra und Howard Hawks inszenierten, äußerst erfolgreich – darunter It happened One Night (1934), der das Genre begründete und fünf Oscars gewann. Spezialisiert auf B-Filme und Serials sowie auf Western, wurde das Studio in den 1950ern reorganisiert und begann als erstes der großen Studios, intensiv für das Fernsehen zu produzieren. Screen Gems, eine Tochterfirma des Studios, wurde zu einem der führenden Produzenten für das neue Medium. Aber auch die Kinoabteilung produzierte Kassenerfolge wie On the Waterfront (1954) sowie internationale Produktionen wie The Bridge on the River Kwai (1957) oder Lawrence of Arabia (1962). Ende der 1960er Jahre engagierte sich Columbia in den Produktionen des New Hollywood (unter den Filmen waren Titel wie Easy Rider, 1969, Taxi Driver, 1975, Kramer vs. Kramer, 1979). 1982 kaufte Coca-Cola die Firma für 750 Millionen US-$ auf und baute sie zu einem breit diversifizierten Medienkonzern um. Unter anderem wurde 1982 das neue Studio TriStar Pictures als Joint Venture von Columbia, CBS und HBO gegründet (das 1994 allerdings wieder in Columbia aufging). 1989 gab Coca-Cola sein Engagement auf, verkaufte das Firmenkonglomerat für 3,4 Milliarden US-$ an Sony, die die Columbia in das neue Sony Pictures Entertainment integrierten. 1994 geriet das Studio in finanzielle Schwierigkeiten, die jedoch durch radikale Einsparungen überwunden werden konnten. 

Literatur: Dick, Bernard F. (Ed.): Columbia pictures: portrait of a studio. Lexington, Ky.: University Press of Kentucky 1992. – Hirschhorn, Clive: The Columbia story: the complete history of the studio and all its films. London: Pyramid Books 1989. – Martin, Len D.: The Columbia checklist: the feature films, serials, cartoons and short subjects of Columbia Pictures Corporation, 1922-1988. Jefferson, N.C.: McFarland 1991. – Perry, Jeb H.: Screen Gems: a history of Columbia Pictures Television from Cohn to Coke, 1948-1983. Metuchen, N.J.: Scarecrow Press 1991.


Artikel zuletzt geändert am 03.08.2011


Verfasser: JH


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