Lexikon der Filmbegriffe

comic relief

wörtl. ‚komische Entlastung‘; meist als ‚komisches Zwischenspiel‘

Um zu starke Emotionen auszugleichen, um die Schwere der Handlung zurückzunehmen, um zu stark werdende Spannung zu mildern, wird als Gegenpol zu den ernsten Rollen das comic relief eingesetzt. Meist ist es ein Einschub in die Haupthandlung, sei es als Nebenhandlung (mit entsprechenden Nebenfiguren), sei es als ausschließlich szenische Einlage (dann oft mit Chargenrollen ausgefüllt), sei es als ganz randständiger Auftritt eines Kleinstdarstellers: der Modus der Geschichte bleibt ernst. Ein Beispiel sind die Rechtsmediziner im Fernsehkrimi, die häufiger als kauzige Gestalten ausgeführt sind, als Zyniker, die den Leichenfund mit eher kuriosen Bemerkungen kommentieren und begleiten. Das comic relief ist eine Konvention der Theaterdramaturgie, findet sich aber im Kino – in Spannungsfilmen, Tragödien und Tragikomödien, Melodramen und anderen Genres – in ganz vergleichbarer Weise. Ein Beispiel ist Brian de Palmas Carrie (1976), der vor den Showdown eine Reihe von komischen Szenen setzt, die den Einbruch des Schreckens umso eindringlicher machen.

Referenzen:

Extravaganza


Artikel zuletzt geändert am 12.10.2012


Verfasser: HJW


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