Lexikon der Filmbegriffe

Makroaufnahmen

Im Film werden Makroaufnahmen nur im Ausnahmefall eingesetzt, wenn etwa meist schockhaft die Größenverhältnisse verändert und Visionen einer grotesken, die normalen Größenverhältnisse missachtenden Realität gezeichnet werden sollen. Viele dieser Aufnahmen entstehen im Trickatelier: Da zeigt eine Makroaufnahme, wie eine Spritze in eine Blutbahn eindringt (in Trainspotting, 1996, Danny Boyle), oder die Kamera registriert zunächst das Insektenleben unter der Grasoberfläche und scheint dann in ein abgeschnittenes Ohr hineinzufliegen, das auf der Wiese liegt (am Anfang von David Lynchs Blue Velvet, 1986). Andere Makroaufnahmen registrieren das Leben im Kleinen und zunächst Verborgenen, das später handlungsrelevant werden wird und dann keine Makrooptiken mehr braucht – etwa das Verhalten von Feuerkäfern in The Bug (1975) oder Killerbienen in The Deadly Bees (1965) oder The Swarm (1978). Selten ist das Interesse auf die Beobachtung von Mikrovorgängen (wie in dem Wissenschafts-Thriller The Andromeda Strain, 1972) gerichtet. Ein Sonderfall ist Microcosmos – Le peuple de l'herbe (Frankreich 1996, Claude Nuridsany, Marie Perennou) – der Film ist ein vielfach preisgekrönter langer Dokumentarfilm, der ausschließlich Makroaufnahmen dazu verwendet, das Insektenleben auf einer Sommerwiese zu zeigen.


Artikel zuletzt geändert am 28.07.2011


Verfasser: HJW


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