Lexikon der Filmbegriffe

féerie

Die Féerie war ein Genre vor allem des frühen französischen Films bis Anfang der 1910er Jahre, das hauptsächlich von Georges Méliès und Pathé Frères produziert wurde. Sein Ursprung lag in der gleichnamigen Bühnengattung, die während des 19. Jahrhunderts in Frankreich populär war. Die Stoffe lehnten sich häufig an Märchen oder phantastische Erzählungen an. Doch stand in den Stücken, wie später auch in den Filmen, nicht die in einer Reihe von Tableaus präsentierte dramatische Handlung im Vordergrund, sondern vor allem die Ausstattung, Tanzszenen sowie eine Vielzahl komplizierter und verblüffender Tricks. Nach 1896 wurden bei Theater-Féerien auch immer wieder Filme als Zwischenspiele eingesetzt. Film-Féerien waren häufig koloriert und oft auch länger als andere Filme ihrer Zeit. Den Abschluss bildete auf der Bühne wie auf der Leinwand ein spektakuläres Schluss-Tableau, die so genannte „Apotheose“. Daher kann man die Féerie als eine typische Gattung des „Kinos der Attraktionen“ betrachten.

Literatur: Kessler, Frank: La féerie – un genre des premiers temps. In: La nascita dei generi cinematografici. A cura di Leonardo Quaresima, Alessandra Raengo, Laura Vichi. Udine: Forum 1999, S. 229-238.


Artikel zuletzt geändert am 13.10.2012


Verfasser: FK


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