Lexikon der Filmbegriffe

Optophonie

In der Bildenden Kunst nach der Jahrhundertwende gab es eine intensive Bemühung um synästhetische Veranstaltungsformen der Kunst. Die manchmal so genannte Optophonie sollte optische und akustische Künste verbinden und integrieren, insbesondere sollten Strukturen der Musik visualisiert werden. Die Optophonie nahm einerseits Formen der kinetischen Kunst vorweg und stand andererseits in der Nähe des cinéma pur der 1920er Jahre. Auch der Philosoph und Pädagoge Rudolf Steiner interessierte sich für die Projekte der Optophonie, die er mit seinen eigenen Überlegungen zur Eurythmie in Verbindung brachte; allerdings brachte der Maler Jan Stuten die „Lichtspielkunst“, die er auf Steiner Anregung 1915 zu entwickeln gedachte, nie zu Ende.
Das wohl bekannteste optophonische Instrument ist das Piano optophonique, das der russische Maler Vladimir Baranov-Rossiné 1917 konstruiert hatte; 1923 hatte er einen spektakulären Auftritt in Moskau, führte das Gerät noch 1927 in Paris vor. Das optophonische Klavier steuerte durch das Spielen der Tastatur eine Reihe von motorgeführten, durchsichtigen, gefärbten Scheiben, durch die hindurch eine Leinwand angestrahlt wurde, auf der das Licht in bunten, oft zufällig erscheinenden Farb-Kombinationen sichtbar wurde.

Referenzen:

cinéma pur

Clavilux


Artikel zuletzt geändert am 07.02.2012


Verfasser: JH


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