Lexikon der Filmbegriffe

Paramount

Nach der Gründung der Famous Players Film Company (1912) ging Adolph Cukor schon 1913 daran, eine Verleihfirma für deren Produktionen aufzubauen und nannte sie Paramount Pictures. Sie war der erste nationale Verleih in den USA überhaupt. Am 28.6.1916 fusionierte Famous Players mit der kalifornischen Jesse L. Lasky Company – und die neuentstandene Famous Players-Lasky Corporation vermarktete weiterhin ihre Filme unter dem Paramount-Label. 1926 baute die Firma ein neues Studio an der Marathon Street in Hollywood. Die Firma hatte eine ganze Reihe von Stars unter Vertrag – darunter Douglas Fairbanks, Gary Cooper, Bing Crosby, Bob Hope, John Wayne, aber auch Regie-Größen wie Ernst Lubitsch, Preston Sturges, Alfred Hitchcock oder Billy Wilder. 1929 war eine Fusion von Paramount und Warner Bros. im Gespräch, wurde aber wegen eines breiten öffentlichen Widerstandes nie realisiert. Die Firma würde nach einem Bankrott 1933 reorganisiert und als Paramount Pictures Corporation neu gegründet.
Schon früh stand das Geschäft auf mehreren Füßen: Zur Paramount gehörte z.B. seit 1919 die Kette der annähernd 1.200 Publix-Kinos in den USA und in Kanada; deren Verwaltung und Programmierung erfolgte von New York aus, und auch die Buchungen der Kinowerbung wurden hier koordiniert. Paramount beteiligte sich zudem sehr schnell an der Umrüstung auf Tonfilm. Die Diversifizierung des Konzerns ging logischerweise bis in das neu aufkommende Radio hinein – 50% der Aktien des neu gegründeten Columbia Broadcasting System (CBS) gehörten der Paramount. Nach der Wirtschaftskrise investierte man in das Fernsehen und betrieben mit W9XBK einen frühen Fernsehsender in Chicago. Es gab sogar Versuche, Fernsehvorführungen in die Kinos zu verlegen (mit dem Theater Television-Verfahren aus dem Jahre 1949). Das Anti-Trust-Urteil von 1948 verfügte die Trennung von Produktionsstätten und Kinos. Am 24.3.1966 wurde Paramount von Gulf+Western Industries, Inc. aufgekauft. Die Firma wandelte sich zu einem modernen Kommunikationskonzern und benannte sich am 5.6.1989 in Paramount Communications Inc. um. Am 11.3.1994 ging die Firma in dem Viacom-Konglomerat auf.

Literatur: Dick, Bernard F.: Engulfed. The death of Paramount Pictures and the birth of corporate Hollywood. Lexington, Ky.: University Press of Kentucky 2001. – Eames, John Douglas: The Paramount story. New York: Crown Publ. 1985. - Edmonds, I.G. / Mimura, Reiko: Paramount Pictures and the people who made them. – San Diego, Calif.: Barnes 1980. – Halliwell, Leslie: Mountain of dreams. The golden years of Paramount Pictures. London: Hart-Davis, MacGibbon 1976.

Referenzen:

Balaban & Katz

Famous Players Film Company

Paramount Case


Artikel zuletzt geändert am 08.02.2012


Verfasser: JH


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