Lexikon der Filmbegriffe

Kohlenbogenlicht

manchmal auch: HI-Scheinwerfer (= High-Intensity-Scheinwerfer); engl.: carbon-arc lamp, auch: High Intensity Discharge (HID) lamp

Mit einer Gleichspannung kann man mit vielen galvanischen Elementen elektrisches Licht zwischen zwei Kohlespitzen erzeugen. Das Verfahren wurde schon Anfang des 19. Jahrhunderts entdeckt. Die Kohlen mussten meist von Hand wegen des Abbrands nachgeführt werden, dabei wurden Rußpartikel freigesetzt. In der Folge entstanden Augenkrankheiten bei den Akteuren („Kliegl-eye disease“). Extremer Lichtabfall in die Tiefe, hoher Personalbedarf gegenüber Glühlicht. Bis 1927 war Kohlebogenlicht die künstliche Standardlichtquelle. Als Effektscheinwerfer wurden große 5- und 10kW-Stufenlinsen-Scheinwerfer eingesetzt, die besonders harte Schatten produzierten, wenn die Stufenlinse entfernt wurde. Je nach Durchmesser nannte man diese Lampen „Kohle-50er“ oder „Kohle-70er“. Wegen des Netzbrummens im Tonfilm wird Kohlebogenlicht erst nach Entwicklung entsprechend geeigneter Stromkreise wieder verwendet.
Über viele Jahrzehnte wurde Kohlebogenlicht in der professionellen Kinoprojektion fast ausschließlich verwendet – wegen der guten Lichtleistung und der hohen Betriebssicherheit. Das elektrische Bogenlicht der Reinkohle, das bis etwa 1920 gleichermaßen zur Projektion und in Aufnahmeateliers benutzt wurde, reichte in der Projektion schon bald nicht mehr aus. Anfang des 20. Jahrhunderts hatte Heinrich Beck die nach ihm benannten „Beck-Kohlen“ erfunden – es gelang ihm, durch Verwendung von Effektsalzen im Docht der Positivkohle die Leuchtdichte auf das vier- bis fünffache zu steigern. Das so gewonnene Licht, das bei einer Temperatur von annähernd 6.000°C (gegenüber 3.900°C beim Reinkohlelicht) entstand, war besonders hell und weiß. Es galt bei der Projektion von Farbfilmen als optimales Projektionslicht. 
 

Referenzen:

Brut

Cooper-Hewitt

Jupiterlicht

Kliegl light


Artikel zuletzt geändert am 07.02.2012


Verfasser: JH WS


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