Lexikon der Filmbegriffe

Filmgeschichte: Internationalität

Film war von Beginn an ein internationales Phänomen, darin an die populärkulturellen Gegebenheiten des 19. Jahrhunderts anknüpfend. Film stand internationaler Auswertung offen und wurde für internationale Märkte produziert. Immer wieder bildeten sich hegemoniale Vormachtstellungen, übernationale oder internationale Vorherrschaften heraus. Die Internationalität gilt technisch wie aber auch inhaltlich. Auch hier ist die Tendenz, dass einzelne internationale Konzerne marktbeherrschende Positionen einnehmen, erkennbar. Insbesondere die amerikanische Film- und Medienindustrie dominiert und kontrolliert die meisten westlichen Medienkulturen. So stammt nahezu die Hälfte aller in der BRD laufenden Filme aus amerikanischer Produktion. Allerdings ist die Situation heute kompliziert, weil der Weltfilmmarkt nicht homogen ist.
So sehr der Film von Beginn an ein international vermarktbares Produkt war, so sehr blieb die Produktion national gegliedert. Nationale Stile oder Phasen nationaler Produktion spielen in der Ideologie- und Kunstgeschichte des Films eine wichtige Rolle. Der Film wird dann meist als Ausdrucksfläche tieferer ideologischer Konflikte gesehen. So sah Kracauer in seiner berühmten Studie Von Caligari zu Hitler im Kino der 1920er Jahre vieles vorweggenommen, das erst in den Massen-Inszenierungen der Nazis vollends zur Entfaltung kam. 


Artikel zuletzt geändert am 02.08.2011


Verfasser: HJW


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