Lexikon der Filmbegriffe

First National

Die First National wurde als First National Exhibitors Circuit, Inc. am 25.4.1917 von Thomas L. Tally und John D. Williams gegründet – zunächst als Zusammenschluss und Interessenverband von 26 Kinoketten mit mehr als 6.000 Kinos (darunter 2.000 Erstaufführungskinos), schon bald aber auch als Produzent von Filmen. Die Gründung richtete sich aktiv gegen die Praxis des Blockbuchens durch die Paramount und andere große Verleiher sowie die schlechte Qualität der Kopien. Die Firma produzierte Filme mit Charlie Chaplin (darunter A Dog‘s Life, 1918, The Kid, 1921, und The Pilgrim, 1923), Mary Pickford, Mack Sennett, Thomas Ince und King Vidor. Außerdem wurden europäische Produktionen importiert und auf dem amerikanischen Markt ausgewertet (wie z.B. der deutsche Lubitsch-Film Die Dubarry, 1921, der in den USA erfolgreich als Passion lief). Die Verträge, die Chaplin und Pickford 1918 an die First National banden, waren die ersten Millionen-Dollar-Verträge der Filmgeschichte.
Ein Versuch der Paramount, mit First National zu fusionieren, misslang anfangs der 1920er Jahre. (Man begann daraufhin bei Paramount, eine eigene Kinokette aufzubauen.) 1922 eröffnete die First National eigene Studios in Burbank, Cal., kaufte 1924 die Studios der American Biograph dazu. 1928 ging die First National in Warner Bros. auf, die die Stanley-Theaterkette übernahmen, die wiederum zu den Anteilseignern der First National gehörte. Der Name der First National tauchte bis in die 1950er Jahre als Produktionsangabe in Warner-Filmen auf. 


Artikel zuletzt geändert am 02.08.2011


Verfasser: JH


Zurück