Lexikon der Filmbegriffe

Warner Bros. II: nach 1950

Anfang der 1950er Jahre war Warner zum größten Major-Studio aufgestiegen, als die Firma durch das Fernsehen in eine tiefe Krise gestürzt wurde. Zwar konzentrierte man sich nach dem Paramount-Urteil seit 1948 immer mehr auf die Produktion von Fernseh-Serien, doch konnte das die Krise nur aufhalten. Daneben blieb das Studio auch in der Filmproduktion aktiv – Alfred Hitchcock, William Wellman, Robert Wise, Elia Kazan und John Ford waren prominente Regisseure, die für Warner Filme machten. Zu den späteren Produktionen rechnen so große Erfolge wie My Fair Lady (1964), Bonnie and Clyde (1967), Dirty Harry (1971) und All the President‘s Men (1976).
Bis in die 1960er Jahre blieben die Veränderungen eher marginal: Das Sunset-Studio-Gelände wurde 1954 an Paramount verkauft. Firmenanteile gingen 1956 an einen Bankier aus Boston. Der Bruch mit der Tradition kam Ende der Dekade: Der kanadische Rechtehändler und Verleiher Seven-Arts fusionierte 1967 mit dem Studio - interessiert an der Rechtebibliothek, aber auch an den Liegenschaften. Das Firmendoppel firmierte als Warner Brothers – Seven Arts (oder auch kurz W-7). Der New Yorker Immobilien- und Finanzkonzern Kinney National Service übernahm sie schon nach zwei Jahren (1969) und benannte sie 1972 in Warner Communications um. Die Rechtebibliothek aller Produktionen vor 1948 wurde United Artists verkauft, und man teilte nach 1972 das Studiogelände mit Columbia. Der Verleih wurde als Warner-Columbia neu formiert. Damit war der Übergang zu einem Medienkonzern noch nicht abgeschlossen – Warner fusionierte 1990 mit dem in vielen Medien engagierten Time Inc.; und als Time/Warner sich darüber hinaus 1995 mit Turner Broadcasting vereinigte, war der größte Medienkonzern der Welt entstanden. 2000 fusionierte er mit dem Internet-Provider AOL und ist heute als Anbieter in allen Medien international aufgestellt.

Literatur: Clurman, Richard M.: To the end of Time. The seduction and conquest of a media empire. New York: Simon & Schuster 1992. – Hirschhorn, Clive: The Warner Bros. story. New York: Crown Publ. 1979, repr. 1981. – Sartin, Hank: Drawing on Hollywood. Warner Bros. cartoons and Hollywood, 1930-1960, Ann Arbor, Mich.: UMI Microfilms 1998.


Artikel zuletzt geändert am 18.07.2011


Verfasser: JH


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