Lexikon der Filmbegriffe

Novelization

brit. Englisch; auch: novelisation; dt. meist Filmroman; frz.: ciné-roman; dt.: Filmroman

Der Ausdruck ist im Englischen seit Ende der 1880er Jahre für die epische Nacherzählung von Theaterstücken belegt. Heute ein Fachausdruck für die zeitnahe (nachträgliche oder sogar vor dem Kinostart erscheinende) Übertragung eines (erfolgreichen und beliebten) Kino- oder Fernsehfilms in die literarische Form des Romans oder der Erzählung. Es handelt sich jedoch nicht um ein Filmprotokoll oder eine Filmbeschreibung. Gelegentlich finden sich auch zeitlich späte novelizations wie Deborah Crisfields 48seitiges Jugendbuch The Amityville Horror (1991) nach dem gleichnamigen Film von Stuart Rosenberg (1979) und dem Drehbuch von Sandor Stern, das wiederum auf die gleichnamige dämonologische Fallstudie von Jay Anson (1977) zurückgreift. Die in den letzten Jahren an Zahl stark zunehmenden novelizations lehnen sich in der Regel an das Drehbuch des jeweiligen Films an und bieten den Gang der Handlung in einer auch für jüngere Leser (speziell als junior novelization) verständlichen, stringenten Form, woraus sich die häufige Verwendung dieser Textsorte als Schullektüre ebenso versteht wie die Feststellung, dass derartige Sekundärtexte selten sprachliche Meisterwerke darstellen. Eine besonders erfolgreiche novelization ist N.H. Kleinbaums Dead Poets Society (1989) nach dem gleichnamigen Film von Peter Weir (USA 1989) und dem Drehbuch von Tom Schulman.

Literatur: Larson, Randall D.: Films into books. An analytical bibliography of film novelizations, movie, and TV Tie-Ins. Metuchen, N.J.: Scarecrow Press 1995. – Virmaux, Alain / Virmain, Odette: Un genre nouveau. Le ciné-roman. Paris: Edilio 1983 (Collection Médiathèque.).


Artikel zuletzt geändert am 13.10.2012


Verfasser: LK


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