Lexikon der Filmbegriffe

pittoresker Film

von ital.: pittoresco = malerisch

Das Label pittoresk wird Filmen in der Kritik oft als Auszeichnung der visuellen Fülle, der Farbigkeit, der Vielgliedrigkeit dessen, was das Bild exponiert. Es sind Landschaften, Szenen, Handlungsumgebungen, die als ‚malerisch‘ empfunden werden, nicht Porträts und Nahaufnahmen. Das Pittoreske ist nicht von der Handlung dominiert, ist keine Funktion der Aktion, sondern ist – als Objekt der Schaulust – oft sogar gegen die vergehende Zeit der Handlung gesetzt. Das Pittoreske bezieht sich oft auf die Hintergründe, die szenischen Rahmen, die Ausstattung; es ist auch dann von der Handlung getrennt (und manchmal – bei der Darstellung von Armut, Dritter Welt und ähnlichem – klaffen die malerische Darstellung und das Elend, die Not, die Ungerechtigkeit dessen, was gezeigt wird, schroff auseinander; das Pittoreske ist dann ein Mittel der ideologischen Verbrämung oder Täuschung; selbst Armut oder Folter können pittoresk arrangiert werden).


Artikel zuletzt geändert am 12.10.2012


Verfasser: HJW


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