Lexikon der Filmbegriffe

Filmclown

engl:. film clown, movie clown

Hilfreich für eine Bestimmung von Film Clown bzw. Clown Comedy ist deren Abgrenzung zum Film Comedian bzw. zur Comedian Comedy. So tauchen die komischen Figuren des Film Clowns und des Comedians in beiden Genres in unterschiedlichen, tendenziell entgegengesetzten sozialen Rollen auf. Für die Clown Comedy (z.B. der Marx Brothers) ist eine Widerständigkeit kennzeichnend, die sich aus den Verhaltensweisen des Film Clowns ergibt, welcher auf lustvolle Art die vorherrschenden Wertvorstellungen und Rollenmuster einem Härtetest unterzieht. Die Comedian Comedy (etwa mit Bob Hope und Harold Lloyd) erzählt dagegen Geschichten, in denen sich die komische Figur des Film Comedian nach sozialer Integration sehnt, und die komischen Momente verdanken sich demnach dessen missglückten Versuchen, einer sozialen Rolle gerecht zu werden.


Wie der Filmkomiker überhaupt besitzt der Filmclown als Hauptperson eines Films häufig Starstatus, wie beim Comedian kann sein Sprechanteil erheblich sein. Mit dem Zirkus- oder Theaterclown verbindet ihn neben der Fähigkeit zu melancholisch-selbstreflexiven Momenten ein spezifischer Körpereinsatz, mit dem er sein Publikum zum Lachen zu bringen vermag, verbunden mit einer spezifischen individuellen Gesten- und Gebärdensprache, die zum Markenzeichen des Künstlers wird. Die typische Schminke und Maskerade der Bühnen- und Musikclowns ist dagegen nebensächlich. Berühmte Filmclowns sind Woody Allen, Rowan Atkinson, Roberto Benigni, Bourvil, Jim Carrey, Charlie Chaplin, Marty Feldman, Louis de Funès, Stan Laurel & Oliver Hardy, Buster Keaton, Jerry Lewis, Harold Lloyd, die Marx Brothers, Giulietta Masina, Preston Sturges, Jacques Tati, Totò, Robin Williams. Nicht zuletzt der alten Tradition der Circusclowns - die hier auch als Filmclowns agieren – ist Jacques Tatis häufig verkannter TV-Film Parade (Frankreich/Schweden 1974) gewidmet. 


Literatur: Barloewen, Constantin von: Clown. In: Handbuch populäre Kultur. Hrsg. v. Hans-Otto Hügel. Stuttgart/Weimar: Metzler 2003, S. 134-138. – Dale, Alan S.: Comedy is a man in trouble: slapstick in American movies. Minneapolis: University of Minnesota Press 2000. – Karnick, Kristine Brunovska / Jenkins, Henry: Classical Hollywood Comedy. New York/London: Routledge 1995. – Seidman, Steve: Comedian Comedy: A Tradition in Hollywood Film. Ann Arbor: UMI Research Press 1979. – Christen, M.: Der Zirkusfilm – Exotismus, Konformität, Transgression. Marburg: Schüren 2010.

Referenzen:

banana

comedian

cut-up

stand-up comedian

Komödie

Slapstick


Artikel zuletzt geändert am 29.01.2012


Verfasser: LK JF


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