Lexikon der Filmbegriffe

Allied Artists Pictures Corporation

Gegründet wurde die Firma im November 1946 zunächst als Tochterfirma und Label für die A-Filme der Monogram Productions. Ab September 1952 ging Monogram dann in Allied Artists ein, obwohl deren Filmproduktion kaum ein höheres Niveau erreichte als die eigene. In den 1950er Jahren produzierte die Firma weiterhin zahlreiche B-Filme, u.a. von Don Siegel (Riot in Cell Block 11, 1954), Phil Karlson (Phenix City Story, 1955), Joseph L. Lewis (The Big Combo, 1955) und Edgar G. Ulmer (Murders at My Beat, 1955). Anfang der 1960er Jahre befand sich die Firma wieder in finanziellen Schwierigkeiten, produzierte wenig und vermietete ihre Ateliers am Sunset Boulevard. Mit dem Elvis-Presley-Film Tickle Me (1965) konnte sie noch einen Riesenerfolg verbuchen, doch schon zwei Jahre später verkaufte sie ihre Ateliers an den TV-Sender KCET. Danach fungierte die Firma als amerikanischer Verleiher ausländischer Kunstfilme (wie Un homme et une femme, 1967, Claude Lelouch, und Belle de jour, 1967, Luis Buñuel) sowie von Genrefilmen wie Kampf um Rom (1968, Robert Siodmak).
1967 übernahm Emanuel L. Wolf die Leitung der Firma und begann Anfang der 1970er Jahre, anspruchsvolle Filme wie z.B. Cabaret (1972, Bob Fosse), Papillon (1975, Franklin Schaffner) und The Man Who Would Be King (1975, John Huston) zu produzieren. Doch der Erfolg war nur kurzlebig, und auch die Fusion mit Kalvex, Inc. im Januar 1976 konnte den endgültigen Konkurs im Mai 1979 nicht mehr aufhalten. 1980 kauft Lorimar Prods. die Konkursmasse für 7 Millionen US-$ und erhält dafür eine Bibliothek von 450 Filmen.

Literatur: Slide, Anthony: The American Film Industry. A Historical Dictionary. New York: Limelight Editions 1990.


Artikel zuletzt geändert am 16.07.2011


Verfasser: JCH


Zurück