Lexikon der Filmbegriffe

Cine-Allianz Tonfilm GmbH

Am 6.1.1932 wurde die Firma als Union-Tonfilm von den Gesellschaftern Arnold Pressburger und Gregor Rabinowitsch ins Handelsregister eingetragen, zwei Monate später in Cine-Allianz Tonfilm GmbH umbenannt. Pressburger, der sich mit der Allianz Tonfilm GmbH als Produzent leichter Unterhaltung profiliert hatte, und Rabinowitsch, der bei der UFA als Produzent für Kostümfilme fungierte, drehten als ersten Film der Cine-Allianz Das Lied einer Nacht, den sie gleich in drei Sprachen unter der Regie von Anatole Litvak herausbrachten. Die Hauptrolle übernahm der polnische Tenor Jan Kiepura, der mit seiner späteren Frau Marta Eggerth in weiteren Filmen der Firma brillierte (Mein Herz ruft nach dir, 1934).
Doch die Tage der jüdischen Produzenten im Dritten Reich waren gezählt. Bis 1935 hatten Pressburger und Rabinowitsch noch eine Drehgenehmigung vom Propagandaministerium, vielleicht, weil ihre Filme so erfolgreich waren. Anfang des Jahres1935 drehte Willi Forst Mazurka mit Pola Negri auf dem Berliner Tempelhofgelände – es wurde die letzte Cine-Allianz Produktion der Gründer, obwohl beide Produzenten eigentlich längst im Dritten Reich verpönt waren und Pressburger schon 1934 nach London emigriert worden war. Rabinowitsch verließ Berlin kurz nach Drehschluss, wandte sich nach Paris. Im Juni 1935 wurde der Name der jüdischen Firma leicht geändert und im Oktober endgültig arisiert. Bis 1940 wurden 17 weitere Filme unter dem Firmenschild Cine-Allianz Tonfilm Produktion GmbH produziert, u.a. Allotria (1936), Diskretion Ehrensache (1938) und Wunschkonzert (1940).


Artikel zuletzt geändert am 02.08.2011


Verfasser: JCH


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