Lexikon der Filmbegriffe

Goldcrest Films

Wie keine andere Firma schien Goldcrest zu Beginn der 1980er Jahre die neue Blüte des britischen Films zu verkörpern. Der kanadische Finanzmakler und Filmproduzent Jake Eberts hatte die Firma 1977 in Kooperation mit der Longman-Verlagsgruppe als Projekt gestartet, mit dem Filme entwickelt (aber nicht produziert) werden sollten. Die überwältigenden Erfolge von Escape from New York (1981), Chariots of Fire (1981) und Gandhi (1982) führten dann aber zu einer Umwandlung von Goldcrest zu einem unabhängigen Produzenten. David Puttnam und Richard Attenborough waren neben anderen im Beirat. Das Interesse war von vornherein darauf ausgerichtet, auch den amerikanischen Kabel- und Videomarkt zu bedienen – mit zwar kleineren Budget, aber erkennbarem künstlerischen Anspruch. Local Hero (1983) und The Killing Fields (1984) deuteten einen Weg an, trotz der finanziellen Differenz zu Hollywood international dennoch bestehen zu können. Revolution (1985) erwies sich dann aber als ökonomische Katastrophe, und auch Absolute Beginners (1986) spielte bei weitem nicht das Geld ein, das der Film hätte bringen sollen. Zwar gewannen A Room with a View (1985) und The Mission (1986) wiederum Oscars, John Boormans Hope and Glory (1987) war ein weltweiter Achtungserfolg, doch konnten diese Erfolge Goldcrest aber nicht vor dem Verkauf 1987 bewahren. Goldcrest-Filme hatten 30 Oscar-Nominierungen, gewannen 15 Oscars – diese Zahlen geben einen Hinweis auf das internationale Renommee, das die Firma schnell erworben hatte.

Literatur: Eberts, Jake / Ilott, Terry: My Indecision Is Final: The Rise and Fall of Goldcrest Films. New York: Atlantic Monthly Press / London: Faber & Faber 1990. Repr. 1992.


Artikel zuletzt geändert am 01.08.2011


Verfasser: JH


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