Lexikon der Filmbegriffe

Flickereffekt

auch: Flimmereffekt

(1) Sinkt die Vorführgeschwindigkeit unter ein gewisses Maß, tritt der sogenannte Flimmer- oder Flickereffekt auf, weil dann die Frequenz unterschritten wird, oberhalb derer die Trägheit des Wahrnehmungssystems die einzeln projizierten Bilder zu einer Scheinbewegung synthetisiert.
(2) In Avantgardefilmen der 1920er wurde ein Flickereffekt durch die Montage kurzer heller in Alternierung mit kurzen dunklen Einstellungen erzielt. Der französische Maler Fernand Léger operiert 1924 in seinem Experimentalfilm Ballet Mécanique mit diesem Flickereffekt. Eisenstein hat in seinem Film Oktober (1927/28) mit einem verwandten Effekt, der Flimmerverschmelzungsfrequenz, experimentiert: Das Gesicht des Maschinengewehrschützen, der auf die Streikenden schießt, „verschmilzt“ mit seiner Waffe, weil Eisenstein je zwei Einzelbilder von Gesicht und MG abwechselnd montiert.

Referenzen:

Phi-Effekt


Artikel zuletzt geändert am 12.10.2012


Verfasser: HJW


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