Lexikon der Filmbegriffe

cross dressing

Cross-Dressing - das Tragen von Kleidung des anderen Geschlechts aus rituellen, fetischistischen oder sexuellen Gründen oder aus Lust am Verkleiden. In allen Fällen wohnt dem cross dressing ein transgressives Moment inne, da es auf die herrschende Geschlechterordnung einer Gesellschaft und deren Übertretung durch den Kleidertausch aufmerksam macht. Es ist weder mit Travestie noch mit Formen von Transsexualität (Transgender) gleichzusetzen.
Als filmisches Motiv wird aus dem cross dressing meist komödiantisches Kapital geschlagen: In Verwechslungskomödien treten Männer im Fummel (Some Like It Hot, 1959, Tootsie, 1982) oder Frauen in Hosenrollen auf (Morocco, 1930) auf, stiften Verwirrung oder sorgen für Lächerlichkeit. Im Thriller ist cross dressing häufig sexuell konnotiert und trägt psychopathologische Züge (The Silence of the Lambs, 1991). Filme, die sich mit den sozialen Geschlechterrollen befassen und cross dressing als Vehikel einsetzen, sind eher selten anzutreffen. Beispiele sind Boys Don‘t Cry (1999) oder Ed Wood (1994).

Literatur: Dickens, Homer: What a drag: Men as women and women as men in the movies. New York: Quill 1984. – Siegfried Kaltenecker: Ich bin die, der ich bin. Das männlich-heterosexuelle Crossdressing und die Komödie. In seinem: Spie(ge)lformen. Männlichkeit und Differenz im Kino. Basel/Frankfurt: Stroemfeld 1996. – Koebner, Thomas: In der Haut der anderen. Männer als Frauen – Frauen als Männer. In: Unter die Haut. Signaturen des Selbst im Kino der Körper. Hrsg. v. Jürgen Felix. St. Augustin: Gardez! Vlg., S. 179-192.

Referenzen:

Dykesploitation

Onnagata

Rockrolle

Tanten-Filme

Travestie (2): Transvestismus


Artikel zuletzt geändert am 20.12.2012


Verfasser: HM


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