Lexikon der Filmbegriffe

Filmserie

Als Filmserien lassen sich Gruppen von Filmen verstehen, die thematisch und personell gleichartig sind und dabei sowohl als Fortsetzungs- wie auch als abgeschlossene Einzelfilme realisiert werden können. Aktuelle Filmserien sind z.B. die James-Bond-Filme. Schon in der Frühzeit des Films entwickelte sich diese Produktions- und Distributionsform in Frankreich und den USA. Dabei wurden sie in unterschiedlichen Genres produziert, z.B. Western (Broncho Billy, USA 1907-1916, 376 Filme) oder Krimis (Nick Carter, Frankreich 1908/09). 1912 wurde in den USA die auf kontinuierliche Fortsetzung angelegte Serie What Happend to Mary? gezeigt. Der Erfolg, auch im Slapstickbereich, führte zu einem Serienboom. Die Länge der frühen Filmserien erreichte nicht die heute übliche Spielfilmlaufzeit, sie wurden im Rahmen eines mehrere Filme umfassenden Kinoprogramm präsentiert.
In den 1930er Jahren erreichten Flash Gordon (USA ab 1936) oder Charlie Chan (USA ab 1939) regen Zuspruch. Insgesamt wurden von 1912 bis 1956 in den USA 421 Filmserien mit 6.125 Folgen produziert. In Deutschland bietet die Edgar-Wallace-Reihe ab 1959 ein prominentes Beispiel für Filmserien. Der Erfolg der 007-Filme beweist die Funktionalität der Serienproduktion auch in aufwendigen Spielfilmproduktionen. Neben Filmserien, die von Anfang an auf Fortsetzungen geplant war, werden auch erfolgreiche Einzelfilme mit Sequels (=Fortsetzungen) versehen, um den erzielten Publikumszuspruch wiederaufzugreifen. Terminator I-III oder Halloween I-… sind Beispiele, seit den 1990er Jahren bekommt fast jeder Blockbuster seine Fortsetzungen, diese Filmreihen sind aber im Vergleich zu den frühen Beispielen sehr kurz. Klassische Filmserien spielen heute eine sehr geringe Rolle, ihr Prinzip wurde in die Fernsehserien transferiert. Wie bei den Fernsehserien gibt es eine Reihe (produktions-)ökonomischer Gründe für die Serienproduktion: einmal gefundene Zuschauerbindung kann aufgegriffen werden und Produktionskosten lassen sich durch Verwendung erprobter Elemente (Drehbuch, Ausstattung, Musik, Personal) begrenzen. 

Literatur: Cline, William C.: In the nick of time. Motion picture sound serials. Jefferson, N.C.: McFarland 1984; Neudr. 1997. – Drew, Bernard A.: Motion picture series and sequels: A reference guide. New York [...]: Garland 1990. – Rainey, Buck: Serials and series: A world filmography, 1912-1956. Jefferson, NC [...]: McFarland 1999. – Stedman, Raymond William: The serials. Suspense and drama by installment. Oklahoma 1971. – Weiss, Ken: To be continued...: American sound serials 1929-1956. New York: Crown 1972.
 

Referenzen:

chapter play (1)

chapter play (2)

cliffhanger

Mehrteiler

recap

Serial

sérials

Serie

Serienfilm


Artikel zuletzt geändert am 13.10.2012


Verfasser: KJ


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