Lexikon der Filmbegriffe

Hale's Tours

Ab 1904 arbeitete der ehemalige Feuerwehrmann, Techniker, Erfinder und Showbusiness-Unternehmer George C[onsider] Hale (1849-1923) in Kansas City an einer speziellen Variante dieser Phantom Rides, die er zunächst in seinem Kino in Kansas aufführte, genannt „Hale’s Tours and Scenes of the World“, das von außen aussah wie ein Eisenbahnwagen und innen auch wie ein Zugabteil eingerichtet war. In dieser Eisenbahnsimulation wurden täglich zwischen 20 und 75 Vorführungen gegeben. Das Konzept der virtuellen Reise zu den atemberaubendsten Szenerien der Welt wurde in andere Städte exportiert und in hergerichteten Kinos oder auch in Vergnügungsparks vorgeführt. Hale hatte bald Nachahmer, und die Hale‘s Tours wurden auch in Europa gezeigt. Zwar existierte die Firma bis Anfang der 1910er Jahre, doch ihre Glanzzeit beschränkte sich auf die kurze Periode von 1905 bis 1908.

Literatur: Fielding, Raymond: Hale’s Tours: ultrarealism in the pre-1910 motion picture. In: Film before Griffith. Ed. by Raymond Fell. Berkeley: University of California Press 1983, S. 116-130. – Iversen, Gunnar: Norway in moving images – Hale’s Tours in Norway in 1907. In: Film History 13,1, 2001, S. 71-75 [online: http://ntnu-no.academia.edu/GunnarIversen/Papers/581892/Norway_in_Moving_Images_Hales_Tours_in_Norway_in_1907]. – Rabinovitz, Lauren: From Hale's Tours to star tours: virtual voyages and the delirium of the hyper-real. In: Iris 25, 1998, S. 133-152. – Verhoeff, Nanna: Archival poetics. In: Screening the Past 9 (2002) [online: http://www.latrobe.edu.au/screeningthepast/firstrelease/fr0902/nvfr14d.htm].

Referenzen:

Phantom Rides


Artikel zuletzt geändert am 03.03.2012


Verfasser: LK


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