Lexikon der Filmbegriffe

Fokus

auch: Schärfe

Jedes fotografische Objektiv bildet Objekte vor der Kamera auf einer Ebene vor der Linsenebene präzise und scharf ab; man nennt sie oft Schärfenebene (engl. focus plane). In der Praxis handelt es sich um einen schmalen Tiefenbereich, der scharf gezeichnet wird und den man Schärfentiefenbereich (im Engl. manchmal: circle of confusion) nennt. Die Größe dieses Bereichs hängt ab von der Distanz zwischen Kamera und Objekt, der Menge verfügbaren Lichts, der Lichtempfindlichkeit des Materials und der verwendeten Optiken. Als Grundregel gilt, dass der Schärfentiefenbereich desto größer ist, je kürzer die Optiken und je größer das verfügbare Licht ist.
Im klassischen Stil des Kinos bemüht man sich darum, einen möglichst großen Bereich tiefenscharf darzustellen. Dagegen entwickelte sich der Stil des „flachen Bildes“ (shallow focus), das einen nur engen Schärfenbereich hat, so dass einzelne Objekte oder Akteure scharf, die Hintergründe dagegen verschwommen gezeichnet werden.
Das Bild und seine Komposition ist meistens thematisch (oder auch: topikal) motiviert und zeigt etwas oder jemanden, die im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen, von denen die Erzählung handelt etc. Dieses Bildzentrum wird fast immer durch die Wahl des Schärfenpunktes zentriert und hervorgehoben.

Referenzen:

Split-Fokus-Objektive


Artikel zuletzt geändert am 19.10.2012


Verfasser: HJW


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