Lexikon der Filmbegriffe

Peritext / Epitext

In der Definition von Genette werden alle verbalen und non-verbalen Strukturen, die einen Text zum medialen Objekt – zum Buch, Film usw. – werden lassen (die Titelei eines Buches oder die Titelsequenz eines Films, einleitende Motti, Kommentare, Illustrationen, Kapitel- oder Abschnittsüberschriften und dergleichen mehr), als Paratexte bezeichnet. Diese gliedern sich wiederum in die Peritexte und die Epitexte. Erstere sind physikalisch fest mit dem Buch oder Film verbunden (bei der DVD: Schutzhülle und Rückentext, Stab- und Gattungsangaben, technische Angaben über die DVD, Bilder der Hauptakteure, technische Menüs, Jugendschutzhinweise; außerdem die textunmittelbaren Paratexte wie Motti, Vorbemerkungen, Zwischenüberschriften etc.). Epitexte dagegen enthalten Angaben und Aussagen über den Text, die an einem „anderen Ort“ platziert sind – Interviews, Tagebücher, Werbetexte, Kritiken, Making-Ofs etc. Die Funktion der Paratexte bemisst sich an der Rezeption – sie bilden die Schwelle zwischen Text und Rezipient, mitteln zwischen dem Innen und Außen der Fiktion (resp. der Rezeption), induzieren und modulieren Voreinstellungen, wirken auf das Feld der rezeptiven Erwartungen ein.

Literatur: Genette, Gérard: Paratexte. Das Buch vom Beiwerk des Buches. Frankfurt: Campus 1992; repr. Frankfurt: Suhrkamp 2001. Zuerst frz. als: Seuils. Paris: Ed. du Seuil 1987. – Böhnke, Alexander: Paratexte des Films – über die Grenzen des filmischen Universums. Bielefeld: Transcript  2007. – Kreimeier, Klaus / Stanitzek, Georg (Hrsg.): Paratexte in Literatur, Film, Fernsehen. Berlin: Akademie-Vlg. 2004.


Artikel zuletzt geändert am 25.07.2011


Verfasser: HJW


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