Lexikon der Filmbegriffe

Schwanken

Wenn die Kamera von rechts nach links und zurück (und möglicherweise auch nach oben und unten) gekantet wird, spricht man von Schwanken. Es entsteht ein desorientierender Eindruck. Schwanken ist meist subjektiv motiviert und zeigt rauschhafte und halluzinatorische Zustände einer Figur. Das schwankende Bild wird gelegentlich auch dazu benutzt, das Schwanken von Objekten – z.B. von Booten auf bewegter See – darzustellen. Ein ebenso prägnantes wie seltenes Beispiel eines dramatisch motivierten Kameraschwankens ist Der große Bagarozzy (1999): Hier findet man Dialogeinstellungen, die von links-verkantet nach rechts-verkantet langsam gerollt werden, was zur Irrealisierung der Gesprächsszenen und zur Visualisierung von Macht bzw. Ohnmacht dient.


Artikel zuletzt geändert am 20.07.2011


Verfasser: HJW


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