Lexikon der Filmbegriffe

Stroboskopische Erscheinungen

Die „optischen Täuschungs-Phänomene“, die durch ein Stroboskop hervorgebracht werden können; allen voran die (auf Vereinigung und Verschmelzung rasch aufeinanderfolgender phasenverschiedener statischer Teilbilder beruhende) Illusion eines „belebten Bildes, in welchem ganz dieselbe Bewegung oder Handlung, wie im wirklichen zu Grunde gelegten Objekte vorhanden seyn wird“ (Stampfer 1834), 1912 bei Wertheimer das Phi-Phänomen, auf dem das Kino basiert. Was sich im Stroboskop und bisweilen im Kino darüber hinaus beobachten lässt, ist stroboskopische Ruhe, 1828/29 von Plateau und 1830/31 von Faraday untersucht. Faraday ließ zwei koaxiale Schlitzscheiben S1 u. S2 gegenläufig gleichschnell rotieren und betrachtete S2 durch S1 hindurch. Bei gleicher Anzahl der Schlitze (Phasen) in S1 u. S2 gab es ein ruhendes Rad zu sehen. Um zu zeigen, dass das eine Täuschung ist, variierten Plateau und dann Stampfer die Form der einander rasch folgenden sich vertauschenden Phasen und kamen aufs Phänakistiskop/Stroboskop. Faraday und dann Stampfer variierten die Zahl. Zählt S1 eine Phase weniger, scheint sich S2 langsam im wirklichen Drehsinn zu drehen, hat S1 eine Phase mehr, kommt es zu Bewegungsrücklauf. Vergleichbar scheinen sich zuweilen Westernfilm-Postkutschenräder rückwärts zu drehen, aus einem Wasserhahn rinnende Tropfen nach oben zurück zu tropfen.

Referenzen:

Stroboskop


Artikel zuletzt geändert am 12.10.2012


Verfasser: HKA


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